Direkt zum Inhalt

Bericht über den Aktionstag in Köln

Im WDR Lokalzeit Köln gab es einen guten Beitrag zum Aktionstag:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-koeln/videolokalzeitauskoeln828_size-L.html?autostart=true#banner

Pressemitteilung zur Auswertung des Aktionstags

Am 03. Juni sind anlässlich der Auftaktveranstaltung des Bildungsstreiks 300 gelbe Luftballons vor dem Hauptgebäude der Universität zu Köln aufgestiegen. Hunderte Studierende haben mitgemacht und bei Musik und Sonnenschein ihre Wünsche und Forderungen an das Bildungssystem aufgeschrieben. Die Organisatoren campus:grün köln, DieLinke.SDS Köln und die Hochschulgruppe Sozialwissenschaften sind positiv überrascht von der regen Beteiligung.

Die Organisatoren des Bildungsstreiks 2014 campus:grün köln, DieLinke.SDS Köln und die Hochschulgruppe Sozialwissenschaften wollten mit den Luftballons auf die Demonstration am 25.06.2014 um 10:30 Uhr auf dem Albertus-Magnus-Platz aufmerksam machen, Wünsche und Forderungen der Studierenden sammeln und zudem ein Zeichen setzen, dass es mit der Bildung so nicht weitergehen könne.

Luisa Schwab von campus:grün köln hat die Durchschlagkraft der Aktion nicht in dem Maße erwartet: „Die Bildungsstreik - Aktion war ein voller Erfolg. Die Studierenden hatten zum Teil so viele Wünsche, dass sie mehrere Wunschkarten ausfüllen konnten und haben uns ein deutliches Signal gegeben, dass sich was verändern muss. So viel positive Resonanz haben wir nicht erwartet und nun sind wir motiviert, dass auch die Demo großartig wird.“

Auch Larissa Janz von campus:grün köln ist überrascht vom Erfolg der Aktion: „Die Studierenden sind nicht allein mit ihren Problemen. Wir wollen den Forderungen Gehör verschaffen und laut auf die Missstände aufmerksam machen. Mit über 300 Wünschen und vielen Menschen, die aktiv beim Bildungsstreik mitmachen wollen, wurden selbst meine Erwartungen übertroffen.  Nun geht es daran eine Großdemonstration zu organisieren und die aufgeschrieben Wünsche einzubringen.“

Dennoch sehen, nicht alle Studierenden, dass es Grund zum Protest gibt. Der Allgemeine Studierendenausschuss unterstützt den Streik nicht aktiv.

David Gerhard von der Hochschulgruppe Sozialwissenschaften ist empört: „Es ist enttäuschend, dass der AStA, als gewählte Studierendenvertretung den Bildungsstreik zurzeit nicht mitträgt, weil er nach eigenen Angaben keinen Grund zum Protest sieht und damit die Probleme des Bildungssystems nicht erkennt. Die Studierenden haben uns heute eindeutig ein anderes Signal gegeben. Der AStA vertritt damit deutlich nicht mehr die Position der Studierenden. Wir machen weiter!“

 

Pressemitteilung zur Einladung zum Aktionstag und der Demo - Luftballons für Veränderungen

Zum Bildungsstreik 2014 beteiligten sich bereits tausende Studierende. Nun ist Köln am Zug und ruft zum Aktionstag am 03.Juni und zur Demonstration am 25.Juni auf.

Im Bildungssystem, insbesondere der Hochschullandschaft türmen sich zahlreiche Probleme auf, die zwingend angegangen werden müssen.

Mit 300 gelben Luftballons sollen Studierende ihr Wünsche und Forderungen an das Bildungssystem verschicken. Sie sind auch ein Symbol an das Rektorat der Uni Köln.

"Wir lassen uns nicht verarschen! Bei der Teilnahme an der Exzellenzinitiative wurde versprochen, dass diese nicht zu Lasten der Lehre geht. Nun sollen Professor*innenstellen gestrichen werden, Exzellenzprofessor*innen wurden teilweise von der Lehrverpflichtung befreit, Mitarbeiter*innen hangeln sich von einem prekären Monatsvertrag zum Nächsten und wir sollen zusehen, wie das Unternehmen Hochschule unser Lehrangebot weiter einschränkt. Nicht mit uns." teilt Luisa Schwab von campus:grün köln mit.

Für freie und solidarische Bildung in der Kölner Hochschullandschaft ist es erforderlich, dass der grundlegende Zugang zu Hochschulen ohne Leistungs- und Konkurrenzdruck ermöglicht wird. Dafür müssen Studienplätze für alle geschaffen werden, die ein Studium aufnehmen wollen und für alle, die einen Master anstreben. Der Numerus Clausus (NC) als ein Mittel zum Aussieben von Studierwilligen gehört abgeschafft. Auch die Regelstudienzeit als Instrument Lernende schnellstmöglich durchzuschleusen widerspricht der freien Bildung und beachtet nicht die verschiedenen Lebensbedingungen der Studierenden.

David Gerhard von der Hochschulgruppe Sozialwissenschaften meint: "Regelstudienzeit und Studienplatzknappheit stehen angemessenen Lernbedingungen entgegen. Die Landesregierung setzt dennoch auf Zwangsexmatrikulationen anstatt auf die Schaffung eines vernünftigen Lernumfelds. Bildung passt einfach nicht in 6 Semester!"

Bildung und Wissenschaft basiert auf Freiheit und Zusammenarbeit. Freiheit, die allen Bildung ermöglicht und Freiheit, in der Forschungs- und Bildungsthemen durch Lernende, Lehrende und Wissenschaftler*innen selbst ausgewählt werden können ohne, dass finanzieller Druck eine Rolle spielt. Ebenso kann ein Austausch erlangten Wissens und somit auch neuer Ideen und Ergebnisse nur durch kooperatives Verhalten erfolgen. Doch dem stehen intransparente Prozesse, wie die Mittelvergabe innerhalb der Forschungsgemeinschaft, Geheimverträge, Konkurrenzdruck und ein starres, verschultes Bildungssystem entgegen.

Das Bündnis für den Bildungsstreik 2014 ist von der Landesregierung enttäuscht: "Das Reförmchen zum Hochschulfreiheitsgesetz in NRW schafft es nicht diese Probleme anzugehen. Stattdessen lässt sich Wissenschaftsministerin Schulze von den Lobbys der Unternehmen und Rektorate herumschubsen und hat nicht den Mumm Transparenz herzustellen."

Bundesbildungsministerin Wanka versuchte mit der Umsetzung einzelner Punkte des Koalitionsvertrags der GroKO auf Proteste zu reagieren. Doch die ersehnte Förderung des Bildungs- und Wissenschaftssystems bleibt aus. Die Finanzierung des BAföG seitens des Bundes entlastet zwar die Länderhaushalte, doch ungeklärt bleibt, ob die freiwerdenden Gelder weiterhin im Bildungsbereich verbleiben. Auch müssen die Studierenden nun noch weitere 4 Semester auf die BAföG- Reform warten, was angesichts der Lebenshaltungskosten in Köln grotesk ist.

 "Die hohen Mieten in Köln können von dem BAföG-Satz kaum bezahlt werden. Neben einer schnellen Anpassung des BAföG-Satzes und einer Reformierung hin zu einem eltern-, alters- und herkunftsunabhängigem BAföG ist auch die Stadt Köln aufgefordert sofort sozialen Wohnraum zu schaffen und Mietpreisgrenzen festzulegen." erklärt Simon Eberhardt von DieLinke.SDS Köln abschließend. 

 

 
10.06.2014 - 14:10